Ein fester Bestandteil im Leben der Mädchen: Der Gesundheitsunterricht

Seit fast 2 Jahren gibt es den Gesundheitsunterricht im Mädchenzentrum:
Frau Dr. med. Oumou Traoré, eine engagierte Ärztin aus Mali, besucht während des Schuljahrs 2 mal pro Monat das Mädchenzentrum, meist an einem Samstag Nachmittag, um die Mädchen in den Themen zu unterrichten, die im Schulunterricht nicht ausreichend berücksichtigt werden.
Teilnehmen können Mädchen und Mitarbeiterinnen des Mädchenzentrums Jigiya Bon, nämlich die Mädchen, die im Wohnheim wohnen und von dort aus die Schule besuchen oder zu ihrem Ausbildungsplatz gehen, aber auch die „externen Schulmädchen“,  die Mädchen, die ein Schulstipendium durch Freunde und Förderer von Häuser der Hoffnung  erhalten.
Wie man auf den Bildern erkennen kann, finden die Kurse in kleinen Gruppen statt,
um auf die Bedürfnisse der Mädchen je nach Alter und Entwicklung individuell eingehen zu können. Dr. Oumou Traoré wird tatkräftig unterstützt durch die angehende Ärztin Amélie Tadié, die gerade an der Medizinischen Fakultät in Bamako an ihrer Dissertation schreibt und im Herbst eine Weiterbildung zur Kardiologin (Herzspezialistin) beginnen wird.

Folgende Themen stehen zum Beispiel auf dem Stundenplan:

  1. Biologie des Körpers, Vermittlung elementarer Kenntnisse über Hygiene (Vorbeugung von Infekten) und Kenntnisse über Sexualorgane, Genitalien, Beschneidung . (Fast) alle Mädchen sind beschnitten.
  2. Profunde Kenntnisse über Hygiene des Körpers: z. B. Hände waschen, Haarpflege, Zahnreinigung, Kleidung, Umgebung (Zimmer, Bett, Moskitonetz)Pubertät, Menstruation,  Menstruationszyklus, Schmerzen während der Regel (bei Problemen ggfs. Vorstellung beim Gynäkologen), Hygiene, Transpiration, Unterschiede der körperlichen Entwicklung zwischen Mann und Frau
  3. Schwangerschaft, gewollt/ungewollt, Konsequenzen für die Gesundheit und in Bezug auf die Schule, Ausbildung und soziale Beziehungen
  4. Jugend und Sexualität (für die älteren Mädchen)
  5. Methoden der Schwangerschaftsplanung/Verhütung

Besonders gefragt sind die telefonischen Sprechstunden. Die Mädchen dürfen sich in persönlichen, intimen Angelegenheiten nicht nur an Mariam und Alima, die Leiterinnen des Zentrums, wenden, sondern auch an die beiden Medizinerinnen.

Für uns eine Selbstverständlichkeit – für die Mädchen und jungen Frauen in Bamako ein weiterer Schritt in die Eigenverantwortlichkeit!

Dr. Gudrun Eisermann

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