Schulwohnheim
  • Jigiya Bon – Schulwohnheim
    Eine Chance auf Bildung für Mädchen in Bamako
  • Jigiya Bon – Schulwohnheim
    Drei Bewohnerinnen.
  • Das Centre Jigiya Bon in Bamako
    Der begrünte Innenhof mit einem großen Mangobaum
  • Das Centre Jigiya Bon in Bamako
    Am Nachmittag im Schatten des Mangobaums
  • Jigiya Bon – Schulwohnheim
    Auf der Veranda
Zugang zu Bildung und ein Zuhause für Mädchen in Bamako, Mali

Angeregt durch Besuche bei unseren Freunden Ruth und Wilfried Hoffer in Mali, die dort viele Jahre in der Entwicklungshilfe (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) tätig waren, haben wir uns im Januar 2004 vorgenommen, ein Projekt zur Förderung der Schulbildung in der Hauptstadt Bamako aufzubauen.

Nach unseren früheren Afrika-Erfahrungen (u.a. mehrmonatige Aufenthalte in Missionshospitälern im Zululand) sind wir überzeugt, dass Schulbildung eine der wichtigsten Voraussetzungen ist, um jungen Menschen in den armen Ländern der Welt bessere Perspektiven zu eröffnen.

Zunächst wurde in Bamako, der Hauptstadt Malis, ein Schulwohnheim für Mädchen im Alter von 8 bis 18 Jahren eingerichtet – Jigiya Bon (Haus der Hoffnung) Nr.1.

Die Vorsitzende des malischen Trägervereins, Virginie Moukoro, mit den Schülerinnen.
JigiyaBon_Virginie
Das Grundstück und der Bau

Nach langer und hartnäckiger Suche Ruth Hoffers stellte uns der Bürgermeister des Stadtteils Daoudabougou kostenlos ein sehr geeignetes Grundstück (1200 qm) zur Verfügung. Das vorhandene Haus wurde innerhalb einer Woche renoviert und provisorisch eingerichtet. Am 16. Oktober 2004 zogen die ersten sechs Mädchen ein. Mit Hilfe von vielen SpenderInnen und eigenen Geldern kam auch der Betrag zusammen, um bauen zu können:

  • Ein Wohnhaus für die Mädchen (fünf Zimmer für jeweils vier Mädchen) mit Veranda.
  • Ein Haus mit einem großen Gemeinschaftsraum (42 qm), einem Büro, zwei Zimmern für die Betreuerin und einem kleinen Abstellraum.
  • In dem Haus, das schon vorhanden war, befinden sich jetzt die Küche, die Vorratskammer und zwei Zimmer für den Wächter und Hausmeister Kalifa und seine Familie. Gekocht wird vor allem draußen unter einem Vordach und dem Mangobaum.

Am 23. Dezember 2004 wurde in Anwesenheit des Bürgermeisters und vieler Gäste (u. a. Ruth und Wilfried Hoffer, Gunthard und Leonie Weber) die Einweihung gefeiert: ein Fest! Wir hatten es geschafft, das Projekt innerhalb eines Jahres von der Idee bis zu Fertigstellung zu realisieren!

Die Schülerinnen im Innenhof des Centre.
JigiyaBon_Schuelerinnen
Das Leben im Centre

Im Centre Jigiya Bon wohnen Mädchen im Alter zwischen 10 und 18 Jahren, werden mit Kleidung und Nahrung versorgt und betreut.
Sie besuchen eine Privatschule, die mehr kostet als eine staatliche Schule, in der die Lehrer aber besser ausgebildet und die Klassen bedeutend kleiner sind.

Die Betreuung der Mädchen beinhaltet außerdem Aufklärung und Information zu Themen wie Aids, Ernährung, Gesundheitsfürsorge, Beschneidung und politische Bildung. Einhergehend damit sollen sie Sozialverhalten einüben und angeregt werden, ihre Rolle als Mädchen und Frau in der malischen Gesellschaft aktiv zu gestalten.
Die aus Europa mitgebrachten Bücher finden großes Interesse. Die gespendeten Nähmaschinen werden häufig genutzt. Ein Gemüsegarten ist angelegt, und die Beete werden von den Mädchen täglich gegossen. Sie waschen auch ihre Wäsche selbst und bereiten abwechselnd das Frühstück vor.

Jeden zweiten Sonntag ist Familienbesuchstag. Wohnen die Verwandten weit entfernt, unterstützen wir ihre Besuche mit Zuschüssen.

Alle Mitarbeiter sind sozialversichert; sie und die Mädchen sind in einer für deutsche Verhältnisse sehr günstigen Krankenkasse, deren Leistungen für die am häufigsten auftretenden Krankheiten und die Basismedikamente ausreichen.

>> Bildarchiv 2005: Das Leben im Centre
"Das Projekt „Häuser der Hoffnung“ unterstütze ich von Herzen gern, weil ich weiß, dass hier meine finanzielle Zuwendung direkt - ohne Umweg über eine Verwaltung – bei den Kindern in Mali ankommt. In den 10 Jahren seit der Gründung des Projektes ist ein kleines Wunder geschehen: im ärmsten Land der Welt ist quasi aus dem Nichts ein großes Schul- und Bildungszentrum für Kinder und junge Frauen entstanden. Mich beeindruckt vor allem, dass hier nicht nur von Deutschland aus eine Hilfe installiert wurde, sondern dass einheimische Partner gewonnen wurden, so dass das Projekt sich dem Bedarf und den Verhältnissen im Land jeweils optimal anpassen und nachhaltig wirken kann. "
Felicitas Lehmann, Erfurt