{"id":2529,"date":"2014-07-15T12:27:27","date_gmt":"2014-07-15T12:27:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/?page_id=2529"},"modified":"2018-07-02T15:27:16","modified_gmt":"2018-07-02T15:27:16","slug":"schuelerinnen-fati-coulibaly","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/schuelerinnen-fati-coulibaly\/","title":{"rendered":"Sch\u00fclerinnen \u2013 Fati Coulibaly"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div class=\"prk_shortcode-title\"><div class=\"header_font sizer_small zero_color\" style=\"color:#336600;text-shadow:0px 0px 1px rgba(51, 102, 0,0.3);\">Fati Coulibaly<\/div><\/div>[vc_single_image image=&#8220;2535&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<em>Fati Coulibaly (2. von links).<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div class=\"prk_shortcode-title\"><div class=\"header_font prk_titlify_father sizer_small zero_color\" style=\"color:#669900;text-shadow:0px 0px 1px rgba(102, 153, 0,0.3);\">Versuch der Rekonstruktion einer Lebensgeschichte anhand von Interviews<\/div><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]W\u00e4hrend unseres Aufenthalts im Januar 2014 interviewten wir einige der neuen Bewohnerinnen des Zentrums Jigiya Bon, unter ihnen Fati Coulibaly. Sie war zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt, ging in die zweite Klasse und demonstrierte uns eindrucksvoll, was Resilienz bedeutet. Sie hat Traumatisches erlebt und ist trotzdem ganz klar, lebensbejahend und beziehungsf\u00e4hig. Fati lebt seit September 2013 im Zentrum Jigiya Bon. Sie wurde von einer Frau aus Gao (eine der St\u00e4dte, die w\u00e4hrend der islamistischen Besetzung des Nordens Malis von kriegs\u00e4hnlichen Zust\u00e4nden heimgesucht worden war) zu uns gebracht. Die Frau gab an, mit ihrem eigenen Sohn, Fati und deren kleinem Bruder Balla geflohen zu sein.\u00a0 Die Frau berichtete weiter, Fatis Vater, ein Uniformierter, sei im Kampf mit den Islamisten im vorigen Jahr umgekommen. Sie sei eine Nachbarin, habe auf demselben Hof wie Fatis Familie zur Miete gewohnt.<\/p>\n<p>Am Tag ihrer Flucht seien die Terroristen um sich schie\u00dfend auf den Markt gefahren und die Menschen h\u00e4tten\u00a0 in Panik versucht zu fliehen. Es wird vermutet, dass Fatis Mutter von den Besetzern verschleppt wurde. In diesem Durcheinander habe sie das M\u00e4dchen mit ihrem j\u00fcngeren Bruder Abdou \u00fcber den Hof laufen sehen, habe sich\u00a0 die beiden und ihren eigenen Sohn geschnappt und sei mit ihnen im Bus nach Bamako gefahren. Mit ihren Ersparnissen von 10.000 FCFA (15.00\u20ac) konnte sie die Bustickets bezahlen.<br \/>\nIn Bamako wurden sie als \u201eDeplazierte\u201c (Fl\u00fcchtlinge innerhalb der Landesgrenzen) im Stadtteil Banconi in einer Schule untergebracht. Sp\u00e4ter wohnte sie mit den drei Kindern in einem Zimmer und hielt sich mit W\u00e4schewaschen etc. \u00fcber Wasser. Als ihr jemand von unserem M\u00e4dchenzentrum erz\u00e4hlte, brachte sie Fati Anfang September 2013 zu Jigiya Bon, Balla behielt sie bei sich.<\/p>\n<p>Die Leiterin von Jigiya Bon besuchte die Frau noch einmal und traf sie auch an, doch beim n\u00e4chsten Versuch war sie ohne eine Adresse zu hinterlassen mit den beiden Jungen verschwunden.<\/p>\n<p>Fati war anfangs sehr unruhig, als d\u00fcrfe sie nichts verpassen, wie aufgedreht, sprach weder Bambara noch Franz\u00f6sisch, weshalb sie\u00a0 in die erste Klasse eingeschult wurde. Ihr Alter wurde auf 9 Jahre gesch\u00e4tzt. Beeindruckend war, dass sie sich &#8211; bei aller Unruhe \u2013 vollst\u00e4ndig auf ihre Hausaufgaben konzentrieren konnte!<\/p>\n<p>In der Hoffnung, mehr \u00fcber den Verbleib von Fatis Familie herauszubekommen, befragten wir Fati wahrend des Interviews im Januar 2014\u00a0 nochmals zu den Lebensumst\u00e4nden der Familie in Gao. Sie erinnerte sich an den Vater, der wie von der Frau beschrieben ein Uniformierter gewesen sei und vor dem verlassen des Hauses ein l\u00e4ngliches metallenes Gewehr aus dem Schrank genommen und seine Tasche gesteckt habe. Sie hat zwei Br\u00fcder: Balla, der mit nach Bamako kam und etwa 4 oder 5 Jahre alt ist und einen noch j\u00fcngeren Bruder, Aboudou. Sie berichtete vom Leben der Hofgemeinschaft, in der ihre Familie wohnte und von ihren Tanten, die ebenfalls in der Stadt lebten. Sie erinnert sich gut an die Lage des Hofes an einer kleinen baumbestandenen Stra\u00dfe in der N\u00e4he eines M\u00fcllhaufens, den Blick auf eine Moschee und Gesch\u00e4fte auf der anderen Stra\u00dfenseite. Auch die Nachbarn aus der Hofgemeinschaft und die Inhaber der Gesch\u00e4fte in der Umgebung waren ihr noch pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Ein Bekannter unseres Mitarbeiters Goussou Togo, der auch aus dem 5. Bezirk in Gao stammt, dort \u2013 wie er sagt \u2013 \u201ejede Familie\u201c kennt und ebenfalls wegen der Krise nach Bamako kam, schlug vor, Gaoussou solle mit Fati nach Gao fahren, ihre Erinnerung und seine Familie dort w\u00fcrden helfen, Familienmitglieder von Fati zu finden.<\/p>\n<p>Anfang M\u00e4rz 2014 besuchte uns Dr. Sophie Petronin, \u00c4rztin und Leiterin der ASSOCIATION D&#8217;AIDE A GAO (Hilfsorganisation f\u00fcr Gao), eine dem Roten Kreuz \u00e4hnliche Struktur, zusammen mit einem Mitarbeiter. Sie sprach zun\u00e4chst mit Fati und kl\u00e4rte uns dann auf, dass das von Fati beschriebene Umfeld nicht der 5. Bezirk von Gao sein k\u00f6nne, sondern der Stadtteil Bellabougou. Sie riet von einer Reise nach Gao ab, es sei zu gef\u00e4hrlich f\u00fcr Gaoussou und Fati, denn Gao sei eine Phantomstadt geworden und es g\u00e4be immer wieder Attacken. Sie versprach, sich vor Ort mit ihren Mitarbeitern auf die Spurensuche zu machen&#8230;<br \/>\nWir werden \u00fcber die Ergebnisse\u00a0 der Suche berichten.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2535&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]Fati Coulibaly (2. von links).[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]W\u00e4hrend unseres Aufenthalts im Januar 2014 interviewten wir einige der neuen Bewohnerinnen des Zentrums Jigiya Bon, unter ihnen Fati Coulibaly. Sie war zu diesem Zeitpunkt neun Jahre alt, ging in die zweite Klasse und demonstrierte uns eindrucksvoll, was Resilienz bedeutet. 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