{"id":1327,"date":"2007-12-20T17:32:29","date_gmt":"2007-12-20T17:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/?p=1327"},"modified":"2024-04-26T11:03:38","modified_gmt":"2024-04-26T10:03:38","slug":"reisebericht-von-gunthard-weber-dezember-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/reisebericht-von-gunthard-weber-dezember-2007\/","title":{"rendered":"Reisebericht von Gunthard Weber, Dezember 2007"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p><strong>Eine Woche im Centre Jigiya Bon in Bamako<br \/>\n<\/strong><br \/>\n<strong>13.12.2007<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben uns zu dritt auf die Reise gemacht, Gunthard, Nele und Leonie Weber (die Fl\u00fcge haben wir nat\u00fcrlich privat bezahlt), und kommen am Abend des 13. Dezember in Bamako an. Unsere Freundin Ruth Hoffer, die die Gr\u00fcndung des Centre Jigiya Bon koordinierte und inzwischen wieder in Deutschland lebt, ist schon seit Mitte November in Bamako und holt uns vom Flughafen ab.<br \/>\nNoch ein Bier in der Hotelbar, kurzes Duschen und m\u00fcde ins Bett bei offener Balkont\u00fcr mit Mosquitoschutz, f\u00fcr den wir dankbar sind, weil wir dieses Mal auf die Malaria-Prophylaxe verzichtet haben.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p><strong>14.12.2007<\/strong><\/p>\n<p>Ruth holt uns nach dem Fr\u00fchst\u00fcck im Hotel ab und f\u00e4hrt uns vorbei an der algerischen Botschaft und dem immer quirlig und ungeordnet wirkenden Stra\u00dfenmarkt von Daoudabougou zum Centre Jigiya Bon.<\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen haben gemeinsam mit Mariam und Aline mehrere Lieder zu unserer Begr\u00fc\u00dfung einstudiert, die sie uns nun im anderen Gruppenraum vorf\u00fchren. Fr\u00f6hliche Stimmung. Begr\u00fc\u00dfungsrede der 13-j\u00e4hrigen Djen\u00e9ba Samak\u00e9, die mit ihrer 10-j\u00e4hrigen Schwester Fatoumata von Anfang an seit Oktober 2004 im Centre lebt.<br \/>\nWir trinken ein Mineralwasser und begeben uns danach auf einen Rundgang. Die Augen halten Ausschau nach Bekanntem und Neuem. Die Regenzeit hat den H\u00e4userw\u00e4nden zugesetzt, die Au\u00dfenwand der K\u00fcche, ist dort, wo gekocht wird, ru\u00dfgeschw\u00e4rzt und etwas unansehnlich geworden. Hie und da sind Risse an den Hausw\u00e4nden zu sehen. Auch innen k\u00f6nnten die W\u00e4nde dringend wieder einmal einen Anstrich vertragen.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2311&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<em>Das Leben im Centre \u2026 Mariam vor der Veranda, wo gerade gegessen wird.<br \/>\n<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1697&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<\/p>\n<div>\n<div><em>Das gemeinsame Singen soll den Zusammenhalt zwischen den J\u00fcngeren und den \u00c4lteren festigen.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p><strong>15.12.2007<\/strong><\/p>\n<p>Seit 2007 vergibt das Centre Jigiya Bon Mikrokredite an Frauengruppen. Der 15. Dezember 2007 ist einer der viertelj\u00e4hrlichen R\u00fcckzahlungstermine. Am Vormittag finden sich die Representantinnen der Frauengruppen im Centre ein. Wir nutzen die Zeit, in der sie darauf warten, einzeln im B\u00fcro die R\u00fcckzahlungen zu leisten und einen neuen Kredit zu erhalten, f\u00fcr ein Gespr\u00e4che mit den Frauen.<\/p>\n<p>Danach spricht Virginie Mounkoro Kon\u00e9, die Pr\u00e4sidentin unserer malischen Partner-NGO, mit den M\u00e4dchen \u00fcber ein Thema, das ihr besonders am Herzen liegt: Gesundheitsaufkl\u00e4rung. Wir erleben, wie offen sie mit den M\u00e4dchen \u00fcber die Ansteckungswege von Aids und dessen Verh\u00fctung und die Beschneidungspraktiken in Mali diskutiert und sind erstaunt dar\u00fcber, wie gut die M\u00e4dchen informiert sind.<\/p>\n<p>Am Nachmittag des 15.12.2007 findet ein Treffen mit dem Vorstand des malischen Vereins, der &#8222;Association d&#8217;Appui \u00e0 la Scolarisation des Filles (A.S.F.)&#8220; zum Stand der Dinge und zur Planung zuk\u00fcnftiger Aktivit\u00e4ten statt (&#8230; mehr dazu k\u00f6nnen sie <a href=\"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/stand-der-dinge-und-zukunftsplanung\/\">hier<\/a> lesen).<\/p>\n<p>Am 16. und 17. Dezember machten wir, Gunthard, Nele und Leonie Weber einen Ausflug nach Segou, einer Stadt, die 240 km n\u00f6rdlich von Bamako am Niger liegt. Ruth blieb in Bamako, weil sie vor ihrer Abreise noch ihre Vorhaben im Zentrum abschlie\u00dfen und einige alte Freunde besuchen wollte.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1704&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<em>Besprechung der Kreditgruppe: Die Gruppenleiterinnen erz\u00e4hlen uns, was sie mit dem Kredit anfangen wollen.<br \/>\n<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1700&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<\/p>\n<div>\n<div><em>Die Zinsen wurden zur\u00fcckgezahlt, der neue Kredit in Empfang genommen.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p><strong>18.12.2007<\/strong><\/p>\n<p>Ruth Hoffer ist mit Leonie, Oumou Konat\u00e9 und Pascaline Bayo in die Stadt gefahren. Sie wollen mit Lehrern der Schule sprechen, die Oumou besucht und auf dem Markt B\u00fccher kaufen, die Paqualine in der Schule braucht. Die kosten, obwohl die meisten gebraucht sind, immerhin fast 60 Euro. Leonie ist mit der Videokamera unterwegs und sp\u00e4ter, zur\u00fcck vom B\u00fccherkauf, filmt sie, was tags\u00fcber so im Zentrum und drumherum geschieht: das Kochen, W\u00e4schewaschen, G\u00e4rtnern, ein Einkauf auf dem nahen Markt, das Klopfen der Damaststoffe in einem kleinen Hinter dem Centre gelegenen H\u00e4uschen. Wir, Nele und Gunthard Weber, schaffen uns im Sekretariat einen \u00dcberblick, welches M\u00e4dchen in welche Klasse geht bzw. welche Berufsausbildung im wievielten Jahr absolviert. Die M\u00e4dchen bereiten sich auf die Heimfahrt zum Hammelfest in ihren Familien vor.<\/p>\n<p>Fatumata Samak\u00e9 kommt mit Fieber aus der Schule zur\u00fcck. Mariam Sidib\u00e9 geht mit ihr zur nahen medizinischen Ambulanz. Sie kommen mit einer Infusion und Medikamenten zur\u00fcck und es ist sch\u00f6n zu sehen, wie kompetent, ruhig und selbstverst\u00e4ndlich Dj\u00e9n\u00e9ba Doumbia, die im 3. Jahr eine Krankenschwesterausbildung absolviert, dem kleinen M\u00e4dchen die Infusion anlegt und wie liebevoll sie mir ihr umgeht.<\/p>\n<p>Nachmittags kommt die ganze M\u00e4dchengruppe noch einmal zusammen und nacheinander berichten die M\u00e4dchen in franz\u00f6sischer Sprache, wie es ihnen bei der Erf\u00fcllung der ihnen zugeteilten Aufgaben gegangen ist.<\/p>\n<p>Leonie hat in dem Gemeinschaftsraum, in dem auch die Bilbliothek untergebracht ist, die Kamera aufgebaut. Drau\u00dfen warten danach schon Dr. Sala Doumbia, ein malischer Germanist und Mitarbeiter der Friedrich-Ebert-Stiftung, der schon 2004 dreizehn Interviews mit M\u00e4dchen \u00fcber ihre Familien und ihre Lebensziele einf\u00fchlsam f\u00fcr uns \u00fcbersetzt hat. Wir f\u00fchren Interviews mit drei der Grundschulm\u00e4dchen, deren Inhalte wir zur\u00fcck in Deutschland transkribieren und f\u00fcr die Webseite zusammenfassen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1678&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<em>Lesen geh\u00f6rt nicht zu den Lieblingsbesch\u00e4ftigungen der M\u00e4dchen, die meisten Eltern sind Analphabeten.<br \/>\n<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1685&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<\/p>\n<div>\n<div><em>Im Garten des Innenhofes w\u00e4chst Salat, der in der k\u00fchlen Jahreszeit gerne gegessen wird.<br \/>\n<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p><strong>19. \u2013 20.12.2007<\/strong><\/p>\n<p>Der Abschied von dem M\u00e4dchen und den MitarbeiterInnen des Projektes ist ber\u00fchrend f\u00fcr uns. Wir stehen innerhalb des gro\u00dfen Kreises, den die vierzig M\u00e4dchen auf dem Innenhof bilden. Sie singen Lieder f\u00fcr jeden f\u00fcr uns, winken und verabschieden sich herzlich, bevor sie in Gruppen fortziehen.<br \/>\nWir freuen uns schon jetzt darauf, sie im kommenden Jahr wieder zu sehen und verabschieden uns besonders herzlich von denen, die wir vielleicht nicht wieder sehen werden wie z. B. Atoumata Traor\u00e9, die es nach Beendigung der Schul- und zweij\u00e4hrigen Ausbildungszeit als Geburtshelferin zur\u00fcck in ihren Heimatort Kenenkou zieht.<\/p>\n<p>Am 20. Dezember sind wir in der Gro\u00dffamilie von Youchaou Traor\u00e9 in einem Vorort von Bamako zum Hammelfest eingeladen. Die ganze Familie ist anwesend, weil er der \u00e4lteste der Geschwister ist. Wir sprechen \u00fcber die Fortschritte der Sch\u00fclerinnen und die n\u00e4chsten Schritte im Centre. Youchaou berichtet uns auch von der Schule, die er selbst gegr\u00fcndet hat und leitet, und gibt uns Einblicke in den Stand der Lehreraus- und Fortbildung in Mali. Gemeinsam denken wir \u00fcber m\u00f6gliche Projekte f\u00fcr die Zukunft nach und halten Youchaou vielleicht etwas zu lange vom Zusammensein mit seiner Familie an diesem wichtigen Feiertag ab.<\/p>\n<p>Abends fliegen wir zur\u00fcck nach Frankfurt. Als wir am n\u00e4chsten Morgen landen ist es minus 6 Grad Celsius. Der Temperaturunterschied \u2013 in Mali hatte es gut 30\u00b0 \u2013 macht uns ziemlich zu schaffen, aber die vielen guten Erfahrungen w\u00e4rmen uns von innen.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1688&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<em>Nele Weber, Ruth Hoffer und Leonie Weber im Kreis &#8222;ihrer&#8220; M\u00e4dchen.<br \/>\n<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1684&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<\/p>\n<div>\n<div><em>Hahn im Korb!<br \/>\n<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Weitere Bilder finden Sie im <a href=\"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/bilder-2014\/bilder-2007\/\"><strong>Bildarchiv<\/strong>.<\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Eine Woche im Centre Jigiya Bon in Bamako 13.12.2007 Wir haben uns zu dritt auf die Reise gemacht, Gunthard, Nele und Leonie Weber (die Fl\u00fcge haben wir nat\u00fcrlich privat bezahlt), und kommen am Abend des 13. 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