{"id":1367,"date":"2012-01-21T20:03:00","date_gmt":"2012-01-21T20:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/?p=1367"},"modified":"2024-04-26T11:03:27","modified_gmt":"2024-04-26T10:03:27","slug":"einweihungsfeier-der-grundschule-im-dorf-boro-im-dogonland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/einweihungsfeier-der-grundschule-im-dorf-boro-im-dogonland\/","title":{"rendered":"Einweihungsfeier der Grundschule im Dorf Boro im Dogonland"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<strong>Ein Bericht von Gunthard Weber <\/strong><\/p>\n<p><strong>21. Januar 2012<\/strong><\/p>\n<p>Zu dritt hatten wir uns, von dem deutsch sprechenden Reisef\u00fchrer Hamidou &#8222;Bijou&#8220; Keita gefahren, von Bamako aus in dessen in die Jahre gekommenen, aber unverw\u00fcstlichen Toyota-Jeep mit Vierradantrieb im Januar 2012 auf die 500 km-Reise nach Nordosten begeben, um ins Dogonland zu gelangen. Die Stra\u00dfe von Bamako \u00fcber Segou (Hauptstadt zur franz\u00f6sischen Kolonialzeit) \u00fcber Mopti am Niger nach Gao ist eine der wenigen gut zu befahrenden Teerstra\u00dfen in Mali.<br \/>\nEs gab zwar Terrorwarnungen, aber wir wagten die Fahrt trotzdem.<\/p>\n<p>Das Dogonland liegt \u00f6stlich von Mopti und Bandiagara ist die Hauptstadt eines Landkreises und Ausgangspunkt vieler Touristen, die die Dogond\u00f6rfer (Weltkulturerbe) besichtigen wollen. Es liegt oberhalb der Felsen von Bandiagara (Falaise de Bandiagara), einer Sandstein-Steilstufe, die nach S\u00fcden auf einer L\u00e4nge von 200 Kilometern fast senkrecht und bis zu 300 Meter tief in die Gondo-Ebene abf\u00e4llt. Das Dorf Boro, 9 km n\u00f6rdlich von Bandiagara gelegen, ist eine der 21 Gemeinden des Landkreises und f\u00fcr Fahrten dorthin braucht man Vierradantrieb.<br \/>\nWir, das waren Irmgard Donner, eine pensionierte Gymnasiallehrerin, die schon einmal sechs Wochen den M\u00e4dchen im Zentrum Jigiya Bon in Bamako vor allem Franz\u00f6sisch-Nachhilfeunterricht gegeben hat, Nele und Gunthard Weber. In San war Ruth Hoffer, ebenfalls eine Mitinitiatorin der Maliprojekte, zu uns gesto\u00dfen. In Bandiagara trafen wir Mamoudou Tapily, ein Vorstandsmitglied des malischen Partnervereins. Er hatte mir erz\u00e4hlt, dass er aus Boro stammt und das es dort noch keine Schule g\u00e4be. So entstand der Plan, dort in Zusammenarbeit mit der Dorfgemeinschaft eine Grundschule zu bauen. Die M\u00e4nner des Dorfes haben aus den Felsen in der N\u00e4he des Bauplatzes die Steine f\u00fcr den Bau der Schule gehauen.<br \/>\nAm Morgen des 21. Januar 2012 begaben wir uns gemeinsam auf die Fahrt nach Boro. Unterwegs besichtigten wir an einem Staudamm gro\u00dfe Zwiebelfelder. Der Verkauf von Dogonschalotten ist eine der Haupteinnahmequellen f\u00fcr diese Region. Ein einfaches schon etwas verrostetes Schild am Stra\u00dfenrand k\u00fcndigte den Ort an. Trocken und steinig wirkte das Land, das wir durchfuhren. Schon weit vor dem Festplatz neben der Schule wurden wir von einer langen Reihe am Stra\u00dfenrand entlang tanzender und singender M\u00e4nner mit Salutsch\u00fcssen begr\u00fc\u00dft. Kurz nach uns kamen auch andere Ehreng\u00e4ste an, z. B. der Bezirksrepr\u00e4sentant des Gouverneurs, der Schulrat und der B\u00fcrgermeister. Durch eine Gasse laut jubelnder und singender Dorfbewohner und Schulkinder werden wir mit Musik- und Trommelbegleitung zum Festplatz geleitet. Wir sch\u00fctteln viele H\u00e4nde. Es folgen Reden vom Dorf\u00e4ltesten, dem B\u00fcrgermeister, dem jungen Schuldirektor, dem Schulrat u.a. Unterschiedlich zusammengesetzte Gruppen tanzen vorbereitet oder spontan, die teilweise archaisch braungekleideten J\u00e4ger des Ortes ziehen singend und trommelnd an uns vorbei, immer wieder Salutsch\u00fcsse abgebend. Wir bekommen ein Schaf geschenkt, einen Sack Schalotten, blaue, indigogef\u00e4bte Stoffe, die die Dogon selbst weben und f\u00e4rben. Gunthard Weber muss sp\u00e4ter ein altes helles, langes Dogongewand \u00fcberziehen. Die Erstkl\u00e4ssler f\u00fchren kurze einge\u00fcbte Sketche vor, in denen es um Erziehungsprinzipien geht wie Disziplin, Bildung, Erfolg und Fleiss. Alle Kinder sch\u00fctteln nacheinander allen Ehreng\u00e4sten die Hand, hissen anschlie\u00dfend die malische Fahne und die Nationalhymne wird gemeinsam gesungen. F\u00fcr uns waren die rituellen Maskent\u00e4nze, f\u00fcr die die Dogon bekannt sind, ein besonderer H\u00f6hepunkt.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1995&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<em>Die Sch\u00fcler\/innen sch\u00fctteln den Ehreng\u00e4sten zur Begr\u00fc\u00dfung die H\u00e4nde.<br \/>\n<\/em>[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1998&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][vc_column_text]<\/p>\n<div>\n<div><em>Rituelle Maskent\u00e4nze zur Einweihungsfeier.<\/em><\/div>\n<\/div>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p>Dann ziehen alle zur Einweihung der Schule, an der auf gro\u00dfen Transparenten die Bedeutung der Schulbildung und der Dank f\u00fcr die Unterst\u00fctzung ausgedr\u00fcckt wird. Das rote Band wird durchschnitten und alle str\u00f6men in die Klassenzimmer, die von dem Schuldirektor liebevoll ausgemalt wurden. Auf den Tafeln viele sorgf\u00e4ltig geschriebene Zitate und Sprichw\u00f6rter. Sch\u00fcler f\u00fchren ihre ersten Franz\u00f6sischkenntnisse vor.<\/p>\n<p>Ein Schild an der Schule wird enth\u00fcllt:<br \/>\n<em>Ecole Bongo Tapily Boro<\/em> (das ist der Gr\u00fcnder des Dorfes)<br \/>\n<em>Avec l&#8217;appui financier der Ha\u00fcser der Hoffnung.e.V.<\/em><br \/>\nDann geht es zur Einweihung der nahen, neuen Trockenanlage f\u00fcr Schalotten f\u00fcr die Frauenkooperative. Die Maschine zum Verkleinern der Zwiebeln wird uns in Funktion gezeigt und alle kommen mit tr\u00e4nenden Augen wieder aus dem Raum. Hier steht auf dem Schild:<br \/>\n<em>Unit\u00e9 de Production D&#8217;Echalottes Sech\u00e9es Nele Weber<\/em> (sie spendete die Anlage),<br \/>\n<em>Nos remerciments \u00e0 la famille Weber pour la r\u00e9alisation de l&#8217;unit\u00e9.<\/em><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2608&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;1990&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p>In Mali muss es bei solchen Gelegenheiten immer etwas zu essen geben und man isst mit den H\u00e4nden in Gruppen gemeinsam aus gro\u00dfen Schalen, Reiss mit Lammst\u00fccken und Sosse. Nele Weber wird vom B\u00fcrgermeister darauf hingewiesen, dass sie mit der falschen Hand isst.<br \/>\nSp\u00e4ter sieht man in der ganzen Umgebung der Schule tanzende und singende Gruppen, die Frauen bunt gekleidet: ein lebendiges, farbenfrohes Bild und zum Abschluss eines besonderen Tages zeigt uns Mamoudou Tapily sein sch\u00f6nes Heimatdorf mit seinen Lehmh\u00e4usern, seinen G\u00e4rten, Feldern, dem Brunnen und der Produktionsst\u00e4tte f\u00fcr Lehmziegel.<br \/>\nEin unvergesslicher Tag. Die Dankbarkeit des ganzen Dorfes zu erleben, die ersten 73 Sch\u00fclerInnen (36 Jungen und 37 M\u00e4dchen) in der Klasse sitzen zu sehen und zu wissen, dass die Schule staatlich anerkannt ist und der Staat drei LehrerInnen bezahlt, gab uns das Gef\u00fchl, dass sich das Engagement gelohnt hat und dass die Spenden, die H\u00e4user der Hoffnung e.V. daf\u00fcr nahm, gut verwandt worden sind. Die Schule ist ein weiteres Haus der Hoffnung.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Weitere Bilder finden Sie im <a href=\"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/bilder-2014\/bilder-2012\/\"><strong>Bildarchiv<\/strong>.<\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Ein Bericht von Gunthard Weber 21. Januar 2012 Zu dritt hatten wir uns, von dem deutsch sprechenden Reisef\u00fchrer Hamidou &#8222;Bijou&#8220; Keita gefahren, von Bamako aus in dessen in die Jahre gekommenen, aber unverw\u00fcstlichen Toyota-Jeep mit Vierradantrieb im Januar 2012 auf die 500 km-Reise nach Nordosten begeben, um ins Dogonland zu gelangen. 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