{"id":2450,"date":"2014-03-03T09:25:41","date_gmt":"2014-03-03T09:25:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/?p=2450"},"modified":"2024-04-26T11:03:11","modified_gmt":"2024-04-26T10:03:11","slug":"reisebericht-robert-spruit-bildungsaufenthalt-in-bamako","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/reisebericht-robert-spruit-bildungsaufenthalt-in-bamako\/","title":{"rendered":"Bildungsaufenthalt in Bamako, Mali \u2013 8. Januar bis 20. Februar 2014"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]<strong>Ein Bericht von Robert Spruit<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Seit einer Woche zur\u00fcck in der Schweiz, versuche ich meine reichen Eindr\u00fccke und Erlebnisse im M\u00e4dchenzentrum Jigiya Bon in Bamako zu schildern. Zun\u00e4chst einmal wurde ich von den Leiterinnen und den 40 M\u00e4dchen des Zentrums sehr herzlich und neugierig empfangen. Dass inzwischen regelm\u00e4\u00dfig Volont\u00e4rinnen f\u00fcr mehrere Wochen und Monate das Zentrum besuchen und dort am t\u00e4glichen Leben teilnehmen, sind sie sich gewohnt. In meinem Fall handelte es sich aber um einen Familienvater, ehemaligen Lehrer, Schulpsychologen und Kunsttherapeuten, und unter den letzten zwei Begriffen k\u00f6nnen sich in Mali die wenigsten Menschen etwas vorstellen. So verlief die Ann\u00e4herung der meisten M\u00e4dchen zu Beginn sch\u00fcchtern und z\u00f6gerlich. Meinerseits wollte ich vorsichtig abtasten, was ich denn einbringen k\u00f6nnte. Zwar hatte ich eine Menge gro\u00dfformatigen Papiers und ganz viele dicke Buntstifte sowie viele Ideen mitgebracht. Aber ich kannte weder die Vorbildung noch die Anliegen der M\u00e4dchen.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2718&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2719&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Der Kontakt wurde dann rasch lebendiger und etwas freier, nachdem ich mich an ihren Spielen beteiligt und ein neues Spiel eingebracht hatte. Tanzen, Musik, Sport und Bewegung sind bei den malischen M\u00e4dchen sehr beliebt und sorgen f\u00fcr viel Lachen und lautstarke Auseinandersetzungen. Unvertrauter sind ihnen zeichnen und malen, wie ich bald feststellen musste. Erstens mangelt es an entsprechendem Material. Zum zweiten werden in der Schule, falls es dann mal stattfindet, ganz bestimmte Motive vorgegeben und stereotyp wiederholt, bis sie diese \u201ek\u00f6nnen\u201c. Dazu geh\u00f6ren die urspr\u00fcngliche H\u00fctte im Dorf (vgl. Abb. 1) oder eine ornamentale Blume (Abb. 2). Dabei ist wenig Eigeninitiative oder Kreativit\u00e4t gefragt. Oft tauchen noch die Flaggen von Mali, Deutschland oder Frankreich auf. In einem ersten Schritt lie\u00df ich die M\u00e4dchen deshalb in Altersgruppen auf gro\u00dfen Bl\u00e4ttern malen, wozu sie Lust hatten, und ich stellte ihnen dazu die vielen Buntstifte zur Verf\u00fcgung. Nur wenige trauten sich zu, etwas Neues, Eigenes zu gestalten.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2720&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Etwas mehr Experimentierfreude erm\u00f6glichte anschlie\u00dfend die Arbeit mit Wasser: das Papier wird dazu beidseitig nass gemacht, worauf die Farben eine Eigendynamik entwickeln. Dabei entstanden nun bereits sehr interessante und neuartige Werke. Es waren in der Folge mehrheitlich die j\u00fcngeren M\u00e4dchen, die noch mehr Freizeit haben und sich auch schneller mehr Freiheiten heraus zu nehmen trauten, die immer begeisterter zu malen begannen. Wie also auch die \u00c4lteren wieder mehr einbinden? Dazu waren einerseits immer wieder Absprachen mit den Leiterinnen n\u00f6tig, um passende Zeitfenster zu finden (was neben den andern Aktivit\u00e4ten wie Nachhilfeunterricht, Computer- und Djemb\u00e9kursen) gar nicht so einfach war. Andererseits war auch Motivation n\u00f6tig. Ich lie\u00df die M\u00e4dchen deshalb in Vierergruppen Gemeinschaftsbilder malen und zum Schluss ein mehrere Meter langes Bild vom Fluss Niger gestalten, auf dem jede f\u00fcr sich etwas gestaltet und \u201ein den Fluss\u201c gesetzt hat.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2458&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2721&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2722&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2723&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2724&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Mit den j\u00fcngeren M\u00e4dchen entstanden nach einer K\u00f6rperwahrnehmungs\u00fcbung zu einer Imagination eines Baumes zudem sehr sch\u00f6ne malische B\u00e4ume.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2725&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2726&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]W\u00e4hrend meines Aufenthaltes konnten mit Drissa Kon\u00e9 und Madou Djakit\u00e9 zwei routinierte Djemb\u00e9lehrer gewonnen werden, welche den M\u00e4dchen regelm\u00e4\u00dfig Unterricht erteilen (Abb. 9). Da ich selbst sehr gerne Djemb\u00e9 spiele, entstand daraus eine weitere verbindende, freudige T\u00e4tigkeit. Zu vielen der M\u00e4dchen wurde im Verlauf der sechs Wochen ein herzlicher Kontakt m\u00f6glich. Einige trugen Fragen zu den Hausaufgaben oder zu Themen, die sie besch\u00e4ftigten, an mich heran. Andere genossen es, etwas Spa\u00df zu haben oder Aufmerksamkeit f\u00fcr sich und ihre Werke zu bekommen. Der Abschied fiel mir am Ende nicht leicht, auch wenn ich mich sehr auf meine Familie gefreut habe. Und es bleiben viele sch\u00f6ne, wertvolle Begegnungen, fr\u00f6hliche Gesichter, lautes Lachen&#8230; und der Malivirus, der mich schon w\u00e4hrend meiner ersten Reise durch das Land befallen hatte.[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_single_image image=&#8220;2710&#8243; img_size=&#8220;full&#8220; img_link_target=&#8220;_self&#8220;]tricker[\/vc_single_image][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<strong>2. M\u00e4rz 2014, Robert Spruit<\/strong>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column][vc_column_text]Ein Bericht von Robert Spruit Seit einer Woche zur\u00fcck in der Schweiz, versuche ich meine reichen Eindr\u00fccke und Erlebnisse im M\u00e4dchenzentrum Jigiya Bon in Bamako zu schildern. 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