{"id":408,"date":"2013-02-25T10:10:54","date_gmt":"2013-02-25T10:10:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/?p=408"},"modified":"2024-04-26T11:03:22","modified_gmt":"2024-04-26T10:03:22","slug":"wie-man-das-leben-in-mali-lieben-lernt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wie-man-das-leben-in-mali-lieben-lernt\/","title":{"rendered":"Wie man das Leben in Mali lieben lernt"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\"><p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p><span style=\"color: #669900;\"><strong><em>Ein Bericht der Volunt\u00e4rin Johanne Kl\u00e4ger (November 12 bis Februar 2013):<\/em> <\/strong><\/span><\/p>\n<p>Einem lang gehegten Wunsch folgend mit Kindern in Afrika zu arbeiten, war der Grund, warum ich mit Gunthard Weber Kontakt aufgenommen hatte. Sein erster Satz der Antwort-E-Mail war: \u201eEs gibt keine Zuf\u00e4lle\u201c \u2013 die Vereinsmitglieder hatten am Vortag Versammlung und w\u00fcnschten sich Menschen, die ihre Arbeit praktisch unterst\u00fctzten. Das war im September 2012 und im November landete ich in Bamako, der Hauptstadt von Mali, um f\u00fcr 4 Monate im Centre Jigiya Bon zu leben und zu arbeiten.<\/p>\n<p>Vorher konnte mir keiner so genau sagen, was meine Aufgabe im Centrum sein wird. Das war schon die erste \u00dcbung im Loslassen und Annehmen was ist. Wie so oft in Mali.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung in den ersten Tagen war, die Menschen zu verstehen und mich verst\u00e4ndig zu machen. Mein letztes Franz\u00f6sisch war 30 Jahre alt und war das unbeliebteste Fach in der Schule. Vielleicht war ich ein wenig gr\u00f6\u00dfenwahnsinnig geworden?<\/p>\n<p>Da die j\u00fcngeren M\u00e4dchen kein franz\u00f6sisch sprechen, sondern die einheimische Sprache, Bambara, lernte ich direkt beide Sprachen. Was einerseits f\u00fcr Heiterkeit sorgte, andererseits Stolz, das eine Wei\u00dfe ihre Sprache spricht. Man muss dazu wissen, dass die Begr\u00fc\u00dfungen bei den Maliern sehr wichtig sind. Es geht oft hin und her, wie es der Familie geht, man fragt nach Gesundheit, allgemeinem Zustand etc., wobei nie ernsthaft die wirkliche Lage erfasst werden will. Hei\u00dft, es geht immer allen gut &#8211; \u201etoro te!\u201c<\/p>\n<p>Wie oft habe ich inmitten unter einer Schar lebhafter M\u00e4dchen gesessen, kein Wort verstanden und es (mit der Zeit) sehr genossen.<\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;]<div class=\"prk_blockquote prk_bordered plain\"><div class=\"in_quote\"><div class=\"prk_inner_tip prk_bordered\"><\/div><div class=\"tip_top_hide\"><\/div>Im Centre Jigiya Bon konnte ich mit eigenen Augen, Ohren, H\u00e4nden und Herzen erleben, was f\u00fcr charmante, intelligente und liebenswerte M\u00e4dchen hier eine Chance auf eine Schulbildung bekommen, die sie sonst nie gehabt h\u00e4tten.<\/div><\/div><div class=\"pirenko_author header_font body_text_shadow prk_bold\"> Johanne Kl\u00e4ger,<span class=\"after_author\"> Volunt\u00e4rin bei Jigiya Bon<\/span><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;410&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/2&#8243;][vc_single_image image=&#8220;414&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]<\/p>\n<p>In dem Centre leben 40 M\u00e4dchen, im Alter von 8 \u2013 22, zwei W\u00e4chterfamilien, plus einige erwachsene Angestellte (von der Direktorin bis zur K\u00f6chin). Von Ihnen wurde ich sehr herzlich und neugierig aufgenommen.<\/p>\n<p>Schnell wurden mir die Unterschiede zum deutschen P\u00e4dagogik-System klar. Hier beruht vieles auf Respekt, Hierarchie und auch Angst. Es ist f\u00fcr die j\u00fcngeren z.B. selbstverst\u00e4ndlich den \u00c4lteren die Tasche abzunehmen. Ich habe mich oft gefragt, wie ist es m\u00f6glich, das eine Leiterin alleine 40 Kinder beaufsichtigt. Relativ einfach: indem die M\u00e4dchen Aufgaben \u00fcbernehmen, Eigenverantwortung haben und sich meist an die Regeln halten. Und es wird das durchgef\u00fchrt, was angeordnet wird. Da gibt es keine Diskussionen, so wie wir es aus Deutschland mit den Jugendlichen kennen. Allerdings sind auch die Strafen meist gnadenloser.<\/p>\n<p>Ich habe mit den M\u00e4dchen viel ausprobiert und gemacht: von Einzelarbeit \u00fcber Klein- bis Gro\u00dfgruppenarbeit; von malen, basteln, singen, trommeln, fotografieren, lesen, deutsch-lernen, \u00fcber Hausaufgabenhilfe zu Spiele und Ritualdurchf\u00fchrung. Je nachdem, was sich die M\u00e4dchen w\u00fcnschten oder einfach anlag.<\/p>\n<p>Einer meiner Spezialit\u00e4ten im Centrum wurden Rituale, die ich mit allen 40 M\u00e4dchen durchgef\u00fchrt habe. Zum Beispiel haben wir Anfang 2013 ein Ritual zur Begr\u00fc\u00dfung des neuen Jahres gemacht. Jedes M\u00e4dchen hat eine Kerze bekommen, sich leise einen Wunsch f\u00fcr das kommende Jahr gew\u00fcnscht und mit ihrer Kerze die Kerze des n\u00e4chsten M\u00e4dchens angez\u00fcndet. Zum Schluss gab es ein Bild von 42 brennenden Kerzen, die das neue Jahr begr\u00fc\u00dft haben.<\/p>\n<p>In Mali ist die Musik sehr wichtig. Vor allem die Djembe\u2026, jedoch die wird meist von den M\u00e4nnern getrommelt. Mit als Erstes habe ich mir Djembeunterricht geg\u00f6nnt und es sp\u00e4ter mit den M\u00e4dchen inszeniert. Haben Sie schon mal eine Gruppe von 15 wild tanzenden M\u00e4dchen gesehen, die sich vollkommen unbeobachtet und ausgelassen f\u00fchlten und alles an Rhythmen, Ges\u00e4ngen und Bewegungen ausprobiert haben? Es war eine wahre Freude. Die malischen M\u00e4dchen haben eine starke Ausdrucksf\u00e4higkeit, nicht nur im Tanzen, sondern auch im Alltag. Wenn sie etwas erkl\u00e4ren, wird alles in eine Waagschale gelegt.<br \/>\nDavon konnte ich mir eine Scheibe abschneiden.<\/p>\n<p>Ich k\u00f6nnte noch viele kleine und gro\u00dfe Geschichten vom Centrum, vom Leben in Bamako und von meiner Entwicklung dort erz\u00e4hlen. Von H\u00f6hen bis Tiefen war alles vorhanden und hat mich insgesamt in meinem Mensch-Sein gest\u00e4rkt. Ich hoffe sehr, dass auch ich den Menschen dort etwas geben konnte, was sie vielleicht l\u00e4nger in ihrem Herzen und Kopf behalten.<\/p>\n<p>Im Centre Jigiya Bon konnte ich mit eigenen Augen, Ohren, H\u00e4nden und Herzen erleben, was f\u00fcr charmante, intelligente und liebenswerte M\u00e4dchen hier eine Chance auf eine Schulbildung bekommen, die sie sonst nie gehabt h\u00e4tten.<\/p>\n<p><strong> Johanne Kl\u00e4ger,<\/strong><br \/>\n<strong> Februar 2013<\/strong><\/p>\n<p>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#8220;416&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#8220;417&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][vc_column width=&#8220;1\/3&#8243;][vc_single_image image=&#8220;418&#8243; img_size=&#8220;full&#8220;][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text]Weitere Bilder finden Sie im <a href=\"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/bilder-2014\/bilder-2013\/\"><strong>Bildarchiv<\/strong>.<\/a>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row]<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[vc_row][vc_column width=&#8220;1\/1&#8243;][vc_column_text] Ein Bericht der Volunt\u00e4rin Johanne Kl\u00e4ger (November 12 bis Februar 2013): Einem lang gehegten Wunsch folgend mit Kindern in Afrika zu arbeiten, war der Grund, warum ich mit Gunthard Weber Kontakt aufgenommen hatte. Sein erster Satz der Antwort-E-Mail war: \u201eEs gibt keine Zuf\u00e4lle\u201c \u2013 die Vereinsmitglieder hatten am Vortag Versammlung und w\u00fcnschten sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":147,"featured_media":410,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[40,16],"tags":[],"class_list":["post-408","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-2013_archiv","category-bericht-aus-mali"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/147"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=408"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11703,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/408\/revisions\/11703"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/410"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=408"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=408"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.haeuser-der-hoffnung.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=408"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}