Reisebericht von Gunthard Weber, August 2010

 12. August 2010

Besuch in Siokoro, 12. August 2010

Wir werden um 7 Uhr abgeholt und fahren mit einem Fourwheeldrive in Richtung Sikasso nach Süden. Wir, das sind M. Tapily, S. Maiga, W. Hoffer und ich. V. Mounkoro fährt mit Abdoulaye Traoré in dessen Wagen. Flaches, aber erstaunlich grünes Land. Immer wieder Siedlungen an der Teerstraße und kleine Märkte, kleine Schaf- oder Rinderherden, die von Kindern gehütet werden, Menschen auf Feldern. Nach 110 km fahren wir von der Hauptstraße links ab und noch 25 km auf einer roten, unebenen Lehmstraße nach Siokoro. Begrüßung durch die Dorfältesten und anschließend Besichtigung des Bauplatzes.

Vergleich des Plans mit der Baustelle.

Vergleich der Baustelle mit dem Plan.

Der Stand der Baustelle Anfang August.

Fast ausschließlich Männer besichtigen die Baustelle, die für ein Frauenprojekt sein soll. Der Inhaber des Baugeschäft und sein Assistent erklären uns die Anlage vor ausgebreiteten Plänen. Der Leiter der Kooperative Mouvement Biologique Malien (MOBIOM), Sidy El Moctar Nguiro ist aus Bougouni gekommen. MOBIOM hat die Machbarkeitsstudie für das Projekt erstellt. Die frisch hergestellten Hohlblocksteine sind getrocknet, das Fundament ist gegossen, die Sickergruben werden ausgehoben, die erste Reihe des Mauern ist gebaut. Man kann das Gebäude schon ahnen.

Es beginnt wieder zu regnen. Die Beteiligten treffen sich in dem einen Klassenzimmer der Dorfschule. […] Wir sprechen über das Nüssesammeln, den Zeitplan des Baus, die Organisation des Mangements, die Zusammenarbeit etc. Dann treffen wir erst die Frauengruppe, fragen nach deren Anliegen, bitten um ihre Kooperation und die Frauen zeigen uns, wie sie gemeinsam die Nüsse in Schüsseln sammeln.

Anschließend treffen wir die Männer des Dorfes. Auch deren Kooperation brauchen wir dringend, denn der Grund gehört den Männern und ohne deren Placet werden die Frauen nicht mitmachen. Seit sichtbar wird, dass der Bau wirklich entsteht, ist die Skepsis im Dorf deutlich geringer, erfahren wir. Die Erwartungen sind hoch, wahrscheinlich zu hoch, denn bis die Produktion auf vollen Touren laufen kann und die Anfangsschwierigkeiten überwunden sind, sind in den ersten Jahren kaum Gewinne zu erwarten. Bisher hat alles gut geklappt und dennoch machen wir uns auch Sorgen darüber, ob das Projekt gelingen kann. Wir können nur auf die Integrität unserer Kooperationspartner bauen und vertrauen.

Versammlung mit den Männern im Klassenzimmer der Dorfschule.

Frauen auf dem Weg zum Nüssesammeln.

Weitere Bilder finden Sie im Bildarchiv.

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