Informationen zu Mali

GRÖSSE: 
1,24 Millionen Quadratkilometer

BEVÖLKERUNG: 
12-13 Millionen Einwohner

HAUPTSTADT: 
Bamako

ETHNIEN: 
Bambara, Tuareg, Dogon, Songhaï, Senoufou, Fulani (Peul), Bozo, Bobo, Manding, Soninke u.a.

LANDESSPRACHEN: 
Bambara (Hauptverkehrssprache), Songhai, Peul, Französisch, Arabisch u.a.

RELIGIONEN: 
Islam ca. 75%, traditionelle Religionen ca. 20%, Christentum 5%

REPUBLIK MALI

Mali ist ein Binnenland in Westafrika. Es misst über 1,2 Millionen Quadratkilometer und ist damit etwa dreimal so groß wie Deutschland. Der Norden des Landes liegt in der Sahara, der mittlere Landesteil in der Sahelzone: etwa zwei Drittel des Landes sind Wüste. Es gibt drei Jahreszeiten: den Winter, der unserem Sommer gleicht (von Mitte November bis Mitte Februar), die heiße Zeit mit Temperaturen bis weit über 40°C (Ende Februar bis Juni), die Regenzeit von Juni/Juli bis Oktober.

Die meisten Einwohner leben im fruchtbareren südlichen Drittel des Landes. Der Niger ist Malis Lebensader, an ihm liegen vier wichtige Städte des Landes, unter anderem die Hauptstadt Bamako. Bei Mopti, der Hauptstadt der 5. Region fließen Niger und Bani zusammen und bilden ein Binnendelta, das in der Regenzeit uferlos scheint. Von Timbuktu am südlichen Rand der Sahara bis Sikasso unweit der Elfenbeinküste schwanken die Niederschläge zwischen weniger als 200 und mehr als 1300 mm im Jahr. Im Süden liegen größere Waldgebiete.

Mali leidet besonders unter seiner Binnenlage, der unzureichenden Infrastruktur und der Degradierung des landwirtschaftlich nutzbaren Landes. Hauptexportartikel sind Gold, Baumwolle und Lebendvieh. Zu den Hauptproblemen des Landes gehören auch ein starkes Bevölkerungswachstum, die schlechte ärztliche Versorgung und eine hohe Analphabetenrate.

Mali wird von der UN zu einem der fünf ärmsten Ländern der Erde gezählt. 64% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen liegt bei unter 50 Jahren.

 

 

BEVÖLKERUNG

Wie in vielen anderen afrikanischen Ländern setzt sich auch in Mali die Bevölkerung aus mehreren ethnischen Gruppen zusammen, was sich auch in einer Sprachenvielfalt ausdrückt. 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung sprechen Französisch, das die Amtssprache des Landes ist.

Die größte ethnische Gruppe in Mali sind die Bambara. Von ihnen werden viele Stellen im Staatsdienst besetzt.

Die Dogon sind tüchtige Bauern, die unter sehr schwierigen Bedingungen an den Rändern eines langen Steilhanges im Landesinneren leben. Das „Pays Dogon“ wurde wegen seiner kulturellen Bedeutsamkeit zum Weltkulturerbe erklärt. Die Dogon sind außerdem für ihre rituellen Maskentänze berühmt.

Die Tuareg sind ein weit über die malischen Grenzen hinaus verbreitetes Nomadenvolk, das wegen wiederkehrender Dürren gezwungen ist, andere Erwerbsquellen zu erschließen (z.B. Reisanbau entlang des Niger). Dennoch bemühen sie sich, an ihrer traditionellen mit der Wüste verbundenen Lebensweise festzuhalten.

 

POLITISCHE SITUATION

Mali wurde 1960 von Frankreich unabhängig. Nach einer dreiundzwanzigjährigen Diktatur gibt es seit 1992 eine demokratisch gewählte Regierung. Im Vorfeld hatte die Bildung einer Opposition gegen den diktatorischen Präsidenten Moussa Traoré und der damit verbundene Widerstand zu Repressionen und zahlreichen Toten bei Demonstrationen geführt. In dieser Phase übernahm der Offizier Amadou Toumani Touré die Führung der zivilen Übergangsregierung. Nach zwei Amtsperioden kam General 2002 Amadou Toumani Touré an die Macht. Er wurde 2012 durch einen Militärputsch gestürzt. Kurz darauf erklärte ein Teil der Touareg die drei nördlichen Regionen zu einem unabhängigen Staat. Sie riefen Islamisten zur Hilfe, die bald darauf eine Gewaltherrschaft mit Plünderungen, Vergewaltigungen und Anwendung der radikalen Scharia errichteten.

Die Interimsregierung im Süden rief die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (CEDEAO/ECOWAS), die UN und Anfang 2013 Frankreich um Hilfe. Französische Truppen trafen kurz darauf in Mali ein und drangen, gemeinsam mit der malischen Armee und anderen afrikanischen Truppen, schnell in die besetzten Gebiete vor. Sie verjagten die Islamisten, die aber immer wieder in kleinen Trupps angreifen.

2013 wurde Ibrahim Boubakar Keita zum neuen Staatspräsidenten gewählt. Auch wenn er es nicht schaffte, den Norden zu befrieden, wurde er 2018 für eine 2. Amtszeit wiedergewählt. Bis heute ist die Lage nicht nur im Norden Malis unsicher, sondern inzwischen auch in der Mitte des Landes. Ethnische Konflikte, Übergriffe von Regierungstruppen und marodierende Banden sorgen für eine neue Fluchtbewegung.

Im Mädchenzentrum Jigiya Bon in Daudabougou, der Gemeinde V von Bamako, merkt man nichts davon – oder fast nichts: denn immer wieder wird die Leiterin, Mariam Sidibé gefragt, ob das Zentrum Mädchen aufnehmen könne, deren Väter im Kampf gegen Djihadisten gefallen sind und deren Familien jetzt die Kasernen verlassen müssen.

Trotz aller Probleme, Mali ist kein Land in Auflösung, die politische Lage bleibt allerdings weiterhin extrem schwierig.

 

BILDUNG

Die Alphabetisierungsrate in Mali beträgt ca. 58%.

Das Grundbildungssystem leidet unter Mangel an Lehrern, die häufig schlecht ausgebildet sind, sowie an zu großen Klassen (100 und mehr Schüler in den ersten Schuljahren).

Im Zuge der Bemühungen der Republik Mali um Verbesserungen in diesem Bereich wurde die Zahl der Schulen erheblich erhöht und auch die Einschulungsrate stieg in 10 Jahren um etwa 2/3 auf ca. 55% (wobei allerdings die Zahl der Schulabbrecher/-innen v.a. auf dem Land sehr hoch ist). Außerdem wurde ein neues Grundbildungskonzept entwickelt und in Ansätzen erprobt: durch muttersprachlichen Anfangsunterricht und aktive Lernmethoden soll sich die Qualität des Unterrichts nachhaltig verbessern.

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