Leben im Centre Jigiya Bon in Bamako

 15. Januar 2007

Entwicklung der Mädchen und jungen Frauen

Das Centre ist mit 20 Grundschulmädchen und 18 Auszubildenden, bzw. Mädchen, die weiterführende Schulen besuchen, fast vollständig besetzt. Sechs der Mädchen, die zunächst im Schulwohnheim lebten, sind ins Ausbildungswohnheim umgezogen und werden ihre Ausbildungen in absehbarer Zeit abschließen.

Im Ausbildungswohnheim Jigiya Bon Nr. 2 hat es einige Veränderungen gegeben. Kurz nach der Gründung des zweiten Wohnheims im Dezember 2007, verließ eine Auszubildende das Zentrum ohne Abschluss, weil sie nicht ausreichend motiviert war, eine andere junge Frau musste Jigiya Bon wegen wiederholter Nichtbeachtung der Anwesenheitsregeln vorzeitig verlassen. Inzwischen ist das Zusammenleben im Ausbildungswohnheim und das Miteinander von Schulkindern und Auszubildenden gut eingespielt. Im Centre herrscht eine familiäre und heitere Stimmung. Einige der Mädchen leben ja inzwischen bereits seit drei Jahren hier zusammen und auch die jungen Frauen, die ihre Ausbildung mit der Gründung des Ausbildungswohnheims begonnen haben, befinden sich inzwischen im dritten Jahr.

Schulische Entwicklung
Die Französischkenntnisse der Mädchen haben sich im letzten Jahr deutlich verbessert. Eine große Rolle bei dieser positiven Entwicklung spielte der zusätzliche Unterricht, den die Mädchen während eines 6-wöchigen Aufenthalts von einer pensionierten Französischlehrerin aus Karlsruhe, Dr. Irmgard Donner, und während eines 2-monatigen Praktikums von Martha Engel, Referendarin für Französisch und Geschichte in Mainz, erhalten haben. Beiden sei an dieser Stelle noch einmal besonders herzlich gedankt.

Fast alle Mädchen konnten in die nächste Klasse versetzt werden. Eines der Grundschulmädchen muss ein Schuljahr wiederholen, und zwei der älteren Mädchen, die im Gymnasium nicht so gut zurecht kamen, haben inzwischen Berufsausbildungen begonnen. Zwei der Grundschulmädchen, Fanta Diallo und Mah Keita, die beide in der Anfangszeit des Zentrums mit 12 Jahren in die erste Klasse eingeschult wurden, können zum nächsten Schuljahreswechsel eine Klasse überspringen und direkt von der dritten in die fünfte Klasse versetzt werden.

Schülerinnen 2007
Die meisten Mädchen hatten kein leichtes Leben, bevor sie ins Centre kamen.

Die Azubis
Vier der Auszubildenden haben 2007 eine zweijährige Berufsausbildung abgeschlossen und die Studentin Alima Ballo steht Anfang 2008 unmittelbar vor dem Abschluss ihres Jurastudiums.
Auch in Mali ist es für junge Menschen, die gerade aus der Ausbildung kommen, nicht einfach, eine Anstellung zu finden. Deswegen arbeiten zur Zeit alle unserer Absolventinnen als Praktikantinnen, um Berufserfahrung zu sammeln und ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen. Drei in unterschiedlichen Bereichen ausgebildete Mädchen haben sich entschieden, 2008/09 zur Erlangung eines höheren Abschlussgrades auf eigene Kosten ein weiteres Jahr anhängen. Natürlich verfolgen wir die Entwicklung unserer Absolventinnen, auch um herauszufinden, ob es für uns Möglichkeiten gibt, ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Uns ist sehr daran gelegen, dass die Absolventinnen beruflich auf die Beine kommen. Besonders Youchaou Traoré, der ehrenamtliche Koordinator des Zentrums, setzt sich für die jungen Frauen ein.

Kontakt zu den Schulen

 

Guter Kontakt zu den Schulen wird vom Vorstand als sehr wichtig erachtet und Youchaou Traoré, Mariam Sidibé und Soeur Aline pflegen diesen regelmäßig.

 

Ruth Hoffer besuchte im November und Dezember 2007 eine der beiden Grund – und Hauptschulen, die von unseren Schülerinnen besucht wird, die beiden Krankenschwesternschulen, zwei Schulen für Sekretariat und Buchhaltung und ein Gymnasium. Sie sprach mit den Direktoren und in einigen Fällen auch mit den Lehrkräften. Sie alle sind Jigiya Bon gewogen und bereit, besonderes Augenmerk auf unsere Mädchen zu richten. Sie bestätigten die durchweg gute Motivation der Mädchen und betonten, dass die Schülerinnen zwar durchaus besser französisch sprechen , sich aber weiter verbessern müssen. Ruth Hoffer beklagte, dass die Schülerinnen Gedichte z.B. von Lafontaine auswendig lernen müssen, ohne dass sie deren Inhalt verstehen. Auch in Zukunft ist der ständige Dialog mit den Schulen eine wichtige Aufgabe von Jigiya Bon.

Weitere Bilder finden Sie im Bildarchiv.

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